Nicht budgetierte Leistungen

  1. Laborleistungen außerhalb des Kapitels 32 sind generell nicht budgetiert. Dazu gehören die gesamte Mutterschaftsvorsorge, der HAH-Test in der Empfängnisregelung (Ziffer 01829) und die Vorsorgeuntersuchung auf Blut im Stuhl (Ziffer 01734).

  2. Laborleistungen bei sonstigen Kostenträgern, Angehörigen der Bundeswehr, Kreiswehrersatzamt.

  3. Laborleistungen bei Ausnahmeindikationen. Eine Ausnahmeindikation (Ziffer 32007 - 32023) hebt alle Budgetbeschränkungen für alle Leistungen des Kapitels 32 für das ganze Quartal auf.


Wichtige Hinweise zur sinnvollen Nutzung der Budget-Ausschlussziffern

  • Die Ausschlussziffern gelten für alle Fachgruppen gleichermaßen.
  • Die Grunderkrankung des Patienten stellt die Ausnahme dar, nicht seine akuten Beschwerden. So kann z. B. ein Internist bei einem Patienten, der vom Neurologen mit Clozapin behandelt wird, ebenfalls die Ziffer 32008 anschreiben.
  • Die Ausschlussziffern gelten für alle Laboruntersuchungen (Basis wie spezielle Laboruntersuchungen, ehem. OI/OII und OIII), nicht nur für die auf das Krankheitsbild bezogenen Untersuchungen.
  • Die Ausschlussziffern (32007 - 32023) haben für das gesamte Laborkapitel Gültigkeit.
  • Die Ausschlussziffern gelten für das gesamte Quartal - somit sind alle in diesem Quartal angeforderten Laboruntersuchungen vom Budget ausgenommen, inklusive der Laboruntersuchungen, die im laufenden Quartal vor dem aktuellen Datum durchgeführt werden.
  • Die Ziffern müssen im Praxiscomputer bzw. auf Ihren eigenen kurativambulanten Abrechnungsscheinen einmal im Quartal, auf den Laborüberweisungsscheinen (Muster 10) jedoch bei jedem neuen Auftrag vermerkt werden.
  • Wenn Sie es vergessen haben auf einem Laborauftrag eine Ausnahmeziffer aufzuführen, teilen Sie dies uns bitte mit. Bis zur Abgabe unserer Quartals-Abrechnung können wir dies korrigieren.
  • Die zeitliche Befristung von einzelnen Ausnahmeziffern zur Budgetbefreiung wurde zum 01.07.2001 ersatzlos gestrichen.
  • Nach unserer Erfahrung werden Ausnahmeziffern deutlich zu selten angewendet.
  • Wenn der Tatbestand der Ausnahmeziffer erfüllt ist, dann ist es eigentlich eine zwingende Notwendigkeit, die entsprechende Ausnahmekennziffer zu verwenden. Schafft sie doch unter Budgetbedingungen wichtige diagnostische Freiräume für Patienten und Vertragsärzte.
  • Bei konsequenter Anwendung aller 18 Ausnahmeziffern sind in z. B. in einer Allgemeinarztpraxis ca. 40% der Patienten vom Laborbudget befreit.
  • Überprüfen Sie bitte Ihre eigene Abrechnung dahingehend, ob Sie für Ihre Patienten zutreffende Ausnahmekennziffern überhaupt in Ihrer Abrechnung vorfinden und in welcher Frequenz Sie dies im Vergleich zur Fachgruppe angewendet haben.


Die Ausnahme-Ziffern im Labor-EBM

32005 Antivirale Therapie der chronischen Hepatitis B oder C mit Interferon und/oder Nukleosidanaloga
32006 Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers (vgl. S. 17)
32007 Vorsorgeuntersuchungen gemäß den Mutterschaftsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, soweit die Leistungen nach Kapitel O (Laboratoriumsuntersuchungen) abzurechnen sind, oder prä- bzw. perinatale Infektionen
32008 Anfallsleiden unter antiepileptischer Therapie oder Psychosen unter Clozapintherapie
32009 Allergische Erkrankungen bei Kindern bis zum vollendeten 6. Lebensjahr
32010 Genetisch bedingte Erkrankungen oder Verdacht auf diese Erkrankungen, sofern molekluargenetische oder molekularpathologische Untersuchungen nach den Nrn. 11310 bis 11312, 11320 bis 11322, 32850 bis 32852 und 32855, 32856 und 32857 durchgeführt werden.
32011 Therapiepflichtige hämolytische Anämie, Diagnostik und Therapie der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipidsyndrom oder der Hämophilie
32012 Tumorerkrankung unter parenteraler tumorspezifischer Behandlung oder progrediente Malignome unter Palliativbehandlung
32013 Diagnostik und Therapie von Fertilitätsstörungen, soweit die Laborleistungen nicht Bestandteil der Leistungen nach den Nrn. 1182 bis 1192 sind
32014 Laboratoriumsdiagnostik vor Beginn der Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger gemäß den Leitlinien der Bundesärztekammer oder substitutionsgestüzte Behandlung Opiatabhäniger gemäß den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen
32015 Orale Antikoagulantientherapie
32016 Präoperative Labordiagnostik vor ambulanten oder belegärztlichen Eingriffen in Narkose oder in rückenmarksnaher Regionalanästhesie
32017 Manifeste angeborene Stoffwechsel- und/oder endokrinologische Erkrankung(en) bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr oder Mukoviszidose
32018 Chronische Niereninsuffizienz mit einer endogenen Creatinin-Clearance < 25 ml/min
32019 Erkrankungen unter systemischer Zytostatika-Therapie und/oder Strahlentherapie
32020 HLA-Diagnostik vor und/oder Nachsorge unter immunsuppressiver Therapie nach allogener Transplantation eines Organs oder hämatopoetischer Stammzellen
32021 Therapiebedürftige HIV-Infektionen
32022 Manifester Diabetes mellitus
32023 Rheumatoide Arthritis (PCP) einschl. Sonderformen und Kollagenosen unter immunsuppressiver oder immunmodulierender Langzeit-Basistherapie